Warum mich meine Figuren nicht mehr loslassen

Bild: Anne

Moin aus den Ferien!

Nach Freizeitpark, Eiskugel-Druckbetankung, Gartenvolleyball-Wettbewerb und Radikalchillen auf dem Reiterhof, bin ich für einen Tag ans Laptop gehuscht, um zwei meiner liebsten Charaktere zu besuchen. Als Kinder- und Jugendromanautorin schreibe ich zwar für Kinder, aber nicht unbedingt nur über sie. Muffel-Monster, Kakerlaken-Clans, Knallgurkendiebe, Waldschrate, Hibbel-Hörnchen, uralte Kriegerinnen aus fremden Welten oder geschwätzige Schatten haben es mir ebenfalls angetan.

Aber mal ehrlich: Nerven dich deine Figuren auch oft so? Tauchen einfach aus dem Nichts auf, bepöbeln mich, fordern 1500 % meiner Aufmerksamkeit und tun schließlich doch, was sie sich ursprünglich in den Kopf oder das adäquate Denkorgan gesetzt hatten.

Seufzzzz!

Was soll ich sagen. Trotzdem mag ich die, die im falschesten Moment „Hier!“ schreien am liebsten. Die, die anecken, ins Leben stolpern und dabei eine Spur der Verwüstung und des Chaos mit sich ziehen. Die, die frech sind und absolut eigen und mich mit ihren Widerworten in den Wahnsinn treiben!

Im Moment setzen mir zwei Mädchen besonders zu.
(Nein! Es handelt sich nicht um meine Zwillinge, obwohl die fast im gleichen Alter sind.)

Das eine ist eine explosive Pöbelliese, die nie den Mund hält und mit einem Ensemble angeschrägter Charaktere Freunde sucht. Das andere steckt so voller Ideen, dass ich mich über den Rand meiner Kreativität hinausschreibe. Bei ihr läuft nix normal und eben dies ist ihre Normalität. Kein Wunder, dass ihr Alltag clashed. Beide Manuskripte stecken voller Überraschungen für mich und meine Lesenden. Und es fällt so schwer, im Urlaub die Finger davon zu lassen, Weil es so einen Spaß macht!

Und weil ich olle Hibbelautorin eine neue Seite an mir entdeckt habe, lebe ich nun meine böse Seite in einem dystopischen Jugendroman aus:

Ich dränge meine Helden und Heldinnen nicht nur moralisch in die Ecke und beobachte mit diebischer Freude, ob sie sich herauswinden können – oder nicht. Nicht selten überkommt mich dabei eine diabolische Lache. Muahaha!

Und nein, bei all diesem Figurenreigen habe ich Horst natürlich nicht vergessen. Der chillt aber derzeit auf ’nem Schweinehund-Camp in der Pampa. Ich stell mir vor, wie sich all die herren- und frauenlosen Schweinehunde am Lagerfeuer ihr Leid klagen und sich gegenseitig mit Marshmallows bewerfen. Horst reißt dabei sein Maul am größten auf und verteilt Tipps: „… Musst sie nur glauben lassen, sie hätte ’ne Idee gehabt. Dann frisst sie dir aus der Hand …“

Nun ja, Horst ist schon immer eher flexibel mit der Wahrheit umgegangen.

Ob er inzwischen auf Swien-Dog-Book mit Reels über mich andere influenced? Ich würd’ followen. Natürlich nur aus Recherchegründen. Lass mich schließlich nicht von meinem Schweinehund abhängen …

Schreib schön und sei lieb zu deinem Schweinehund!

Wir lesen uns,

Anne
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Für Ideen einmal kräftig schütteln